Europäische Wirtschafts-
und Währungsunion (EWWU)

Die EWWU bezeichnet den Zusammenschluss der (damals elf) Teilnehmerstaaten auf dem Gebiet der Geld- und Währungspolitik. Hüterin der monetären Stabilität der gemeinschaftlichen Währung Euro ist die Europäische Zentralbank (EZB).

Drei Stufen

Die Schaffung der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU) mit der gemeinsamen Währung Euro erfolgte stufenweise:

  1. Stufe I ab 1990 umfasste die Liberalisierung des Kapitalverkehrs und die engere wirtschaftspolitische Abstimmung zwischen den Regierungen.
  2. Auf Stufe II bemühten sich die Mitgliedsländer, unterstützt von dem neu einzurichtenden Europäischen Währungsinstitut, um Erfüllung bestimmter Konvergenzkriterien (Grenzwerte für jährliche Neuverschuldung, Inflationsrate, langfristigen Zinssatz und Wechselkursschwankungen). Auch sollte die Regierungsunabhängigkeit der nationalen Zentralbanken garantiert sein.
  3. Auf Stufe III, die frühestens am 1. Januar 1997, auf jeden Fall aber am 1. Januar 1999 beginnen sollte, kam es dann zur Errichtung des Systems der Zentralbanken und zur Gründung einer unabhängigen Europäischen Zentralbank mit geldpolitischer Kompetenz.

Einführung des Euro

Auf Helmut Kohls Initiative taufte der EU-Gipfel im Dezember 1995 in Madrid die neue Währung auf den Namen "Euro".
Der Euro machte Europa nicht nur zum einheitlichen Wirtschaftsraum, sondern auch zur Finanzmacht ersten Ranges. Zum 1. Januar 1999 galt der Euro mit endgültigen Umrechnungskursen der nationalen Währungen als Buchgeld im bargeldlosen Zahlungsverkehr. Gesetzliches Zahlungsmittel auch als Bargeld wurde der Euro am 1. Januar 2002. Die Übergangsphase zur eigentlichen Währungsumstellung betrug drei Jahre. In den Euro-Ländern wurde am 1. Januar 2002 der Euro gesetzliches Zahlungsmittel. Die Einführung des Euro markierte einen Höhepunkt in der Fortentwicklung des europäischen Binnenmarkts.

Umrechnungskurse

Die Finanzminister der 11 Euro-Länder legten am 31. Dezember 1998 die endgültigen Umrechnungskurse der nationalen Währungen fest.

Euro

Kurs

Nationale Währung

1 Euro

40,3399

Belgische Franken

1 Euro

1,95583

Deutsche Mark

1 Euro

166,386

Spanische Peseten

1 Euro

6,55957

Französische Franken

1 Euro

0,787564

Irische Pfund

1 Euro

1936,27

Italienische Lire

1 Euro

40,3399

Luxemburgische Franken

1 Euro

2,20371

Niederländische Gulden

1 Euro

13,7603

Österreichische Schilling

1 Euro

200,482

Portugiesische Escudos

1 Euro

5,94573

Finnmark

Literaturhinweise

Wirtschafts- und Währungsunion. Kompendium des Gemeinschaftsrechts. Hrsg. von der Europäischen Kommission. Luxemburg: Amt für Amtliche Veröffentlichungen der EG 1999.
Euro-Guide. Handbuch zur Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion. Hrsg. von Wolfgang Glomb und Kurt J. Lauk. 2 Bde. (Loseblatt-Sammlung). Köln: Fachverlag Deutscher Wirtschaftsdienst.