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Jenninger, Philipp
* 10.06.1932 Rindelbach
Jurist, Staatsminister, Bundestagspräsident, Botschafter, Dr. jur. rk.
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| 1952 |
Abitur |
| 1952-1955 |
Studium der Rechtswissenschaften in Tübingen |
| 1955 |
Erstes Staatsexamen |
| 1957 |
Promotion zum Dr. jur. |
| 1959 |
Zweites Staatsexamen |
| 1960-1963 |
Dezernent bei der Wehrbereichsverwaltung V in Stuttgart |
| 1963 |
Referent des Personalchefs im Bundesverteidigungsministerium |
| 1964-1966 |
persönlicher Referent und Pressereferent des Bundesministers für besondere Aufgaben, Heinrich Krone |
| 1966-1969 |
Kabinettsreferent des Bundesfinanzministers Franz Josef Strauß |
| 1969-1990 |
Mitglied des Deutschen Bundestages |
| 1973-1982 |
Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU |
| 1982-1984 |
Staatsminister im Bundeskanzleramt, zuständig u.a. für Deutschlandpolitik |
| 1984-1988 |
Präsident des Deutschen Bundestages |
| 1991-1995 |
Botschafter in Wien |
| 1995-1997 |
Botschafter beim Heiligen Stuhl in Rom |
Biographischer Werdegang
Die Laufbahn Jenningers führte ihn in steilem Aufstieg in bedeutende Parlaments- und Staatsämter. Nach Spitzenpositionen in der CDU/CSU-Fraktion übernahm er als für die Deutschlandpolitik zuständiger Staatsminister im Bundeskanzleramt die Kreditverhandlungen mit der DDR, in denen er wichtige Erleichterungen im Reiseverkehr Bundesrepublik-DDR aushandelte. Als Nachfolger Rainer Barzels wurde er 1984 Bundestagspräsident, dessen Amtsführung die breite Zustimmung des Hauses fand. Um so bestürzter waren Parlament und Öffentlichkeit, als er nach einer verunglückten Rede zum 50. Jahrestag der NS-Pogrome zurücktreten musste. Jenninger benutzte zur Schilderung der Untaten des Dritten Reiches Zitate, ohne sich im Vortrag von dem NS-Vokabular zu distanzieren, so dass diese Wertungen ihm selbst zugeschrieben wurden. Als Botschafter in Wien und am Vatikan erntete er Anerkennung.
Literaturhinweise
W. Kirst: Eine Rede, ein Präsident, ein Rücktritt, in: Neue Stenographische Praxis 1 (1989); H. Ferdinand, in: Ders., Reden, die die Republik bewegten (2. Aufl. 2001).
Horst Ferdinand
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