|
 |
|
Altmeier, Peter
* 12.08.1899 Saarbrücken † 28.08.1977 Koblenz
Kaufmann, Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, rk.
|
|
|
|
| 1917 |
Kriegsdienst und französische Gefangenschaft |
| 1918/19 |
Einstieg in einen Koblenzer Lebensmittel-Großhandelsbetrieb |
| 1929-1933 |
Mitglied des Stadtrats in Koblenz |
| 1933-1945 |
Tätigkeit im Lebensmittelhandel |
| 1946 |
Regierungspräsident in Montabaur; Mitgründer der CDU Rheinland-Pfalz |
| 1947-1966 |
Vorsitzender der CDU Rheinland-Pfalz |
| 1947-1971 |
MdL von Rheinland-Pfalz |
| 1947-1969 |
Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz |
| 1948-1967 |
auch Wirtschafts- und Verkehrsminister |
Biographischer Werdegang
Altmeier gehörte zu den "Männern der ersten Stunde" des von der französischen Besatzungsmacht neugegründeten Landes Rheinland-Pfalz, dessen Schaffung er begrüßte. Als rheinischer Katholik und überzeugter Föderalist trug er maßgeblich zur Konsolidierung dieses anfangs nicht überall akzeptierten „Kunststaates" bei. Seine „Sternstunde" kam auf der Konferenz der elf Länderchefs der drei westlichen Zonen auf dem Rittersturz bei Koblenz (8.-10. Juli 1948), wo auf Weisung der drei westlichen Alliierten die Grundsätze der deutschen Weststaatsgründung fixiert wurden. Altmeier hat dabei keine führende Rolle gespielt, benutzte die Konferenz jedoch, um den Fortbestand von Rheinland-Pfalz zu sichern und einen linksrheinischen Rheinstaat zu vereiteln. Er wuchs in seinem Land bald in die Rolle eines "Landesvaters" hinein. Während der 22 Jahre seiner Ministerpräsidentschaft stand er stets Koalitionsregierungen vor, am Anfang mit der SPD, dann zwei Jahrzehnte mit der FDP. Vergeblich setzte er sich für die Beibehaltung der Konfessionsschule ein und hat es nie verwunden, dass ihn dabei die katholische Kirche im Stich ließ. Er verlangte die vorbehaltlose Rückgliederung des Saarlandes, verwarf also die Zwischenstufe einer Europäisierung der Saar, wie sie Konrad Adenauer favorisierte, förderte aber aus Überzeugung die Versöhnung mit Frankreich, indem er die Partnerschaft seines Landes mit Burgund und zahlreiche Städtepartnerschaften vermittelte. Gegen Adenauers Pläne setzte er 1961 die Gründung des ZDF durch. Von jüngeren CDU-Politikern, an ihrer Spitze Helmut Kohl, wurde Altmeier seit 1966 sukzessive aus der Partei- und Landespolitik gedrängt. In Koblenz konstituierte sich 1978 eine Peter-Altmeier-Gesellschaft, die sich der Pflege seines Vermächtnisses widmet.
Literaturhinweise
F.-J. Heyen, in: Rhein. Lebensbilder, 9 (1982); Rudolf Morsey, in: ZGiLB 6 (1984); Ders.: Im Vorfeld der Weststaatsgründung, in: Ders., Von Windthorst bis Adenauer (1997). Winfried Baumgart: Peter Altmeier, in: Becker, Winfried/Buchstab, Günter/Doering-Manteuffel, Anselm/Morsey, Rudolf (Hg.): Lexikon der Christlichen Demokratie in Deutschland. Paderborn 2002, S. 178. |