Gaddum, Johann Wilhelm


* 18.06.1930 Berlin

Kaufmann, Finanzminister, Vizepräsident der Deutschen Bundesbank, Dr. jur. h. c., ev.

Abitur
Kaufmännische Lehre; Abschluss als Kaufmannsgehilfenprüfung
1951-1954 Studium der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften in Köln; Examen als Diplomkaufmann
1955-1967 Geschäftsführer der väterlichen Mineralölgroßhandlung in Neuwied
1956 Eintritt in die CDU
1956-1971 Mitglied des Stadtrats von Neuwied (ab 1960 Fraktionsvorsitzender)
1963-1983 Mitglied des Landtags von Rheinland-Pfalz
1967-1971 Inhaber der Mineralölgroßhandlung
1969 Vorsitzender der CDU-Fraktion im Landtag von Rheinland-Pfalz
1971-1981 Minister für Finanzen und Wiederaufbau in Rheinland-Pfalz
1981-1985 Minister für Bundesratsangelegenheiten (Mainzer Vertretung in Bonn)
1985-1986 Präsident der Landeszentralbank von Rheinland-Pfalz, Mitglied des Zentralbankrats der Bundesbank in Frankfurt/Main
1986-1998 Mitglied im Direktorium der Deutschen Bundesbank
1990-1992 Leiter der vorläufigen Verwaltungsstelle der Deutschen Bundesbank in Berlin
1993-1998 Vizepräsident des Direktoriums der Deutschen Bundesbank


Biographischer Werdegang

Seit 1969 Fraktionsvorsitzender. und seit 1971 Minister im Kabinett Helmut Kohl hatte Gaddum wesentlichen Anteil an der Verwaltungsreform in Rheinland-Pfalz 1969. Als Mitbewerber um die Nachfolge Kohls im Amt des Ministerpräsidenten konnte sich Gaddum 1976 gegen den an der Parteibasis fester verankerten Kultusminister Bernhard Vogel nicht durchsetzen. Während seiner „zweiten Karriere" als Mitglied des Zentralbankrates trat er für äußerste Solidität im Bankwesen und als Kritiker des Vertrags von Maastricht für Währungsstabilität und gegen die Herabsetzung der Leitzinsen ein. In mehreren Veröffentlichungen (Wirtschafts- und Finanzpolitik im Bundesstaat, 1980; Steuerreform, 1986) verfocht er eine weitgehende Steuervereinfachung mit Streichung von Vergünstigungen und Absenkung des Steuertarifs. Gesamtdeutsch wichtig und erfolgreich waren nach 1990 seine organisatorischen Bemühungen um den Aufbau der Deutschen Bundesbank in den neuen Ländern.

Franz-Josef Heyen