Römische Verträge 1957

Am 25. März 1957 wurden in Rom die Verträge über die Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und der Europäischen Atomgemeinschaft (EURATOM) durch die Mitgliedsstaaten der Montanunion (Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl — EGKS) Belgien, Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und die Niederlande unterzeichnet. Sie traten am 1. Januar 1958 in Kraft. Allgemeine Ziele sind: enger Zusammenschluss der europäischen Völker, wirtschaftlicher und sozialer Fortschritt der Mitgliedsländer sowie Wahrung von Frieden und Freiheit.

Rat und Kommission

Der Rat ist das legislative Organ der Europäischen Gemeinschaft. Er setzt sich jeweils aus den entsprechenden Fachministern der Mitgliedsländer zusammen. Die Entscheidungsvorbereitung, die Durchführung der Beschlüsse und die Weiterentwicklung des Gemeinsamen Marktes ist Aufgabe der Kommission. Sie ist ein Kollegium, dessen Mitglieder einvernehmlich von den nationalen Regierungen ernannt werden, von ihren Weisungen jedoch unabhängig sind. Erster Kommissionspräsident wurde Walter Hallstein (1958-1967).

Reformen

In der Ära Kohl wurde Deutschland wieder zur treibenden Kraft der europäischen Einigungspolitik. Die Gemeinschaftsbildung erfolgte nicht mehr als "Verlängerung" des Status quo auf der Basis der Römischen Verträge, sondern wurde durch die Reformschritte Europäischer Binnenmarkt, Europäische Wirtschafts- und Währungsunion, Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik, Kompetenzausweitung des Europäischen Parlaments intensiviert und vertieft.