16. September 1996: Rede anlässlich der Einweihung der neuen Fabrik der Mercedes Benz AG Argentinien in Buenos Aires


Verehrter Herr Präsident, lieber Freund,
Exzellenzen,
meine sehr verehrten Damen und Herren,
und vor allem: liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Mercedes Benz Argentina,

ich freue mich, heute gemeinsam mit Ihnen das neue Transporter-Werk von Mercedes Benz in Argentinien einzuweihen. Ich denke, dies ist heute ein guter Tag für Ihr Land, für diese Stadt und die Region - vor allem aber für die Menschen, die Männer und Frauen, die hier Arbeit finden und damit eine sichere und gute Zukunft. Ich möchte daher zunächst all jenen danken, die diese Stunde möglich gemacht haben: Dem Vorstand von Mercedes Benz und all den Mitarbeitern, die auf dieses Ziel hingearbeitet haben. Zugleich danke ich all denen, die ganz selbstverständlich geholfen haben: den örtlichen Behörden, dem Gouverneur und seinen Mitarbeitern, der Regierung des Landes und vor allem Ihnen, Herr Präsident.

Das Engagement von Mercedes Benz ist beispielhaft für die traditionell guten und engen Wirtschaftsbeziehungen zwischen unseren Ländern. Mercedes Benz hat schon früh die Brücke zwischen Deutschland und Argentinien geschlagen: Bereits 1952 wurde die erste Produktionsstätte in Argentinien gegründet. Es waren jene Jahre, in denen der Name Juan Manuel Fangio rund um die Welt ging. Wir in Deutschland, ich war damals noch Student, waren begeistert von seinen Erfolgen, von seiner großen Persönlichkeit und vom "Silberpfeil" aus Deutschland.

Die neue Fabrik hier ist - mit ihrem Investitionsvolumen von 150 Millionen D-Mark - vor allem auch Ausdruck des Vertrauens der deutschen Wirtschaft in die wirtschaftliche Stabilität, die Entwicklung und Zukunft Argentiniens. Mercedes Benz wird von hier aus auch die Märkte in den Nachbarländern mit Transportfahrzeugen beliefern. Damit steht nicht nur Argentinien als attraktiver Produktionsstandort im Blickpunkt, sondern der gesamte südamerikanische Wirtschaftsraum. Zugleich wird daran auch deutlich, welche wirtschaftliche Dynamik der Abbau von Handelsbarrieren, die Förderung des Freihandels und die zunehmende wirtschaftliche und politische Integration Südamerikas auszulösen vermögen.

Mit seinem neuen Transporter-Werk leistet Mercedes Benz einen wichtigen Beitrag zum Transfer moderner Technologie. Neue, international wettbewerbsfähige Arbeitsplätze werden in Argentinien entstehen. Mit dem neuen Werk wird sich eine mittelständisch geprägte Zulieferindustrie entwickeln. Dadurch werden weitere Arbeitsplätze geschaffen.

Für den Erfolg dieses Unternehmens sind neue Technologien und hochmoderne Maschinen notwendig. Aber Maschinen allein bewegen nichts, es kommt auf die Menschen an und ihre Bereitschaft, etwas zu leisten - gute, qualifizierte Arbeit. Ich möchte deshalb besonders hervorheben, daß Mercedes Benz erhebliche Anstrengungen im Bereich der Aus- und Fortbildung unternimmt. Gerade dies ist eine zentrale Investition in die Zukunft dieses Landes.

Gut ausgebildete Fachkräfte sind ein wichtiges Fundament für wirtschaftlichen Erfolg. Unsere Erfahrungen in Deutschland zeigen, daß qualifizierte Ausbildung der Schlüssel zur Sicherung sozialer Stabilität, zu Beschäftigung und wirtschaftlicher Entwicklung ist. Ich biete Ihnen - wir haben es bereits in unseren Gesprächen erörtert, Herr Präsident - auf dem Wege der Berufsausbildung unsere Unterstützung an. Alles was Sie jetzt in die Ausbildung junger Leute investieren, ist eine Abschlagzahlung für eine gute Zukunft - sowohl für die erfolgreiche Entwicklung der einzelnen Unternehmen wie auch der Wirtschaft insgesamt.

Herr Präsident, meine Damen und Herren, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ich wünsche mir, daß in vielen Jahren und Jahrzehnten hier viele Menschen Arbeit finden und damit eine Chance für einen guten Lebensweg, für sich und ihre Familien, ihre Kinder, und all jene, die ihnen nahestehen. Ich wünsche Ihnen allen Glück auf Ihrem Lebensweg, Erfolg und Gottes Segen.

Quelle: Bulletin der Bundesregierung. Nr. 80. 11. Oktober 1996.