Zimmermann, Friedrich


* 18.07.1925 München
† 16.09.2012 Filzmoos (Österreich)

Rechtsanwalt, Bundesminister, Dr. jur., rk.

1943-1945 Soldat, zuletzt Leutnant d. R.
1945 Volontariat bei der Deutschen Bank
1946 Abitur
1946-1948 Studium der Rechtswissenschaften und der Volkswirtschaft an der Universität München
1948 Erstes juristisches Staatsexamen
seit 1948 Mitglied der CSU
1950 Promotion zum Dr. jur. an der Universität München
1951 Zweites juristisches Staatsexamen
1951-1952 Anwalts- und Gerichtsassessor in München
1952 Persönlicher Referent des Justizministers Josef Müller
1953 Staatsanwalt
1953-1955 Regierungsrat beim Bevollmächtigten Bayerns beim Bund
1955-1956 Hauptgeschäftsführer der CSU
1955-1967 Mitglied im Geschäftsführenden Landesvorstand der CSU und im CSU-Landesvorstand
1956 Stv. Vorsitzender der Jungen Union Deutschlands
1956-1963 Generalsekretär der CSU
1957-1990 Mitglied des Deutschen Bundestages
1961-1982 Mitglied im Vorstand der CDU/CSU-Bundestagsfraktion
1963 Zulassung als Rechtsanwalt in München
1963-1967 Landesschatzmeister der CSU
1965-1972 Vorsitzender des Verteidigungsausschusses des Deutschen Bundestages
1967-1975 Vorsitzender der Medienkommission der CDU/CSU
1972-1976 Stv. Vorsitzender der CSU-Landesgruppe in Bonn
1976-1982 Vorsitzender der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag
1976-1989 Mitglied im CSU-Präsidium und im CSU-Parteivorstand
1979-1989 Stv. Parteivorsitzender der CSU
1982-1989 Bundesminister des Innern
1989-1991 Bundesminister für Verkehr
seit 1991 Tätigkeit als Rechtsanwalt in München


Biographischer Werdegang

Zimmermann trat 1948 in die CSU ein und schloss sich der liberalen Richtung um Franz Josef Strauß und Josef Müller an. Als Generalsekretär leitete er die grundlegende Neuorganisation der Partei, den Aufbau des Parteiapparates und die Neugestaltung der Öffentlichkeits- und Pressearbeit ein und setzte gegen innerparteiliche Widerstände hauptamtliche Geschäftsführer ein, die direkt der Parteileitung unterstanden. Damit schuf er die Plattform für den Aufstieg der CSU von der Honoratiorenpartei zur modernen Volkspartei. Einen gewissen Einbruch erfuhr seine politische Karriere, als er 1960 wegen Falscheides im sogenannten Münchner Spielbanken-Prozess verurteilt wurde (1961 aufgrund eines medizinischen Gutachtens freigesprochen). Als einer der engsten Ratgeber von Franz Josef Strauß trug er 1976 den Kreuther Beschluss zur Aufkündigung der Fraktionsgemeinschaft mit der CDU mit und unterstützte dessen Kanzlerkandidatur 1980. Bundeskanzler Helmut Kohl holte ihn 1982 als Innenminister in sein Kabinett. Dort leistete er umweltpolitische Pionierarbeit. Weitere beherrschende Themen seiner Amtszeit bildeten die Ausländer- und Asylpolitik, die Verschärfung der Sicherheitsgesetze und des Demonstrationsstrafrechts. 1989 wechselte Zimmermann in das Bundesverkehrsministerium, das er bis 1991 leitete. Er schied mit Ablauf der Wahlperiode im Januar 1991 aus dem Deutschen Bundestag aus und engagierte sich in einer Münchner Anwaltskanzlei.

Literaturhinweise

Kabinettstücke. Politik mit Strauß und Kohl 1976-1991 (1991). - G. Bading: gefragt - Friedrich Zimmermann (1986); Hanns-Seidel-Stiftung (Hg.): Geschichte einer Volkspartei. 50 Jahre CSU 1945-1995 (1995); E. Jesse, in: U. Kempf/H.-G. Merz (Hg.), Kanzler und Minister 1949-1998 (2001); M. Glos (Hg.): Festschrift zum 80. Geburtstag von Friedrich Zimmermann (2005).


Renate Höpfinger