Eurokorps

Das Eurokorps ist ein multinationaler Großverband, an dem sich fünf Nationen beteiligen (Belgien, Deutschland, Frankreich, Luxemburg und Spanien). Der multinationale Korpsstab in Straßburg mit Verbindungskommandos der Luft- und Seestreitkräfte führt im Einsatz fünf kampfkräftige, hochmoderne Großverbände mit zusammen mehr als 50.000 Soldaten.

Aufgaben

Um der Multinationalität Rechnung zu tragen, wechseln sechs Schlüsselfunktionen im Stab alle zwei Jahre zwischen den beteiligten Nationen. Das Korps kann im Rahmen der NATO, der WEU oder der UNO eingesetzt werden und ist für folgende Aufträge vorgesehen:
- kollektive Verteidigung der Alliierten
- Aufrechterhaltung und Wiederherstellung des Friedens
- Einsatz im Rahmen humanitärer Einsätze undHilfeleistungen.
Das Eurokorps ist ein Schritt auf dem Wege zur Entwicklung einer Streitkraft für Europa und zu einer Stärkung der europäischen Sicherheits- und Verteidigungsidentität innerhalb der nordatlantischen Allianz.

Vorläufer: Deutsch-Französische Brigade

Im Jahre 1988, anlässlich des 25jährigen Jubiläums der Unterzeichnung des deutsch-französischen Elyséevertrages von 1963, gaben Bundeskanzler Helmut Kohl und Staatspräsident François Mitterrand die Aufstellung einer Deutsch-Französischen Brigade bekannt.
Die Brigade, die am 17. Oktober 1990 in Malsheim/Baden-Württemberg in Dienst gestellt wurde, bekam Modellcharakter für das Eurokorps, das ab 1992 am Stabsstandort Straßburg als Kern eines Großverbandes mit europäischer Ausrichtung aufgebaut wurde. Das gemeinsame deutsch-französische Sicherheits- und Verteidigungskonzept vom 9. Dezember 1996 wurde Schrittmacher für die Entwicklung weiterführender gemeinsamer europäischer Sicherheitsstrukturen. Die Sicherheitspartnerschaft trägt zugleich zur Vertiefung der außenpolitischen Zusammenarbeit beider Länder bei.
Die 1989 geschaffene Deutsch-Französische Brigade ist seit dem 1. Oktober 1993 dem Eurokorps unterstellt. In ihren drei Standorten Müllheim, Immendingen und Donaueschingen setzt sich die Brigade, die von einem gemischten Stab geführt wird, aus deutschen und französischen sowie zwei gemischten Truppenteilen, dem Deutsch-Französischen Versorgungsbataillon und der Deutsch-Französischen Stabskompanie, zusammen. Aufgrund ihrer Befähigung zur Kooperation mit Streitkräften anderer Nationen ist die Deutsch-Französische Brigade für Einsätze im Rahmen humanitärer und friedenserhaltender Operationen besonders geeignet. Organisation und Betrieb der Brigade sind in einer bilateralen Verwaltungsvereinbarung geregelt, die u. a. die gegenseitige Beachtung nationaler Gesetze, insbesondere hinsichtlich der Rechtsstellung der Soldaten, sowie die ausgewogene Verteilung der Lasten vorsieht.