Erinnerungen

Memoiren erfüllen den Zweck, aus der Sicht des Autors die Sicht auf die Dinge zu festzuhalten, dessen Denken und Handeln zu dokumentieren. Die persönliche Färbung in der Schilderung macht sie zu einer historischen Quelle. Erinnerungen an Geschehnisse, Personen, Haltungen werden für den Leser lebendig. ... "Zu schildern, was ich im Lauf meines Lebens erlebt und erfahren habe, und Bilanz zu ziehen" – das ist Helmut Kohls Anliegen, wenn er seine Erinnerungen verfasst.

"Mein Tagebuch"

Bevor Helmut Kohl 2004 den ersten Band seiner Erinnerungen veröffentlichte, ging er auf dem Höhepunkt der Parteispendenaffäre mit seinem "Tagebuch" (2000) in die Offensive, um anhand von Taschenkalendereintragungen die ersten beiden Jahre seiner "Altkanzlerschaft" zu schildern. Aufgrund der Umstände, der Anschuldigungen und offenen Auseinandersetzungen in der Partei und in den Medien entstand eine Verteidigungsschrift, die die Versuche, Kohls historische Leistung herabzusetzen und sein Ansehen zu beschädigen, abwehren will. Kohl gestand Fehler ein, aber er ließ sein Lebenswerk nicht kriminalisieren.

Mein Tagebuch
1998-2000 (2000)

"Erinnerungen"

Der erste Band der eigentlichen Erinnerungen (2004) setzt in Helmut Kohls Geburtsjahr 1930 an. Er schildert die Sozialisation im katholischen Elternhaus, die ersten Schritte in der Politik, den Aufstieg zum Landtagsabgeordneten und Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz. Die Entscheidung für die harten Bänke der Opposition und die Auseinandersetzungen mit der CSU sind wichtige Wegmarken, bevor Helmut Kohl mit dem ersten erfolgreichen konstruktiven Misstrauensvotum in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland 1982 zum Bundeskanzler gewählt wird.
Der zweite Band (2005) umfasst die erste Hälfte der Ära Kohl, die Jahre zwischen Amtsübernahme und Mauerfall. Die harten Konflikte um den NATO-Doppelbeschluss gehörten ebenso in diese Zeit wie die Pflege des deutsch-französischen Verhältnisses und der Kampf gegen die "Eurosklerose". Die Deutschlandpolitik und die neuen deutsch-sowjetischen Beziehungen erfuhren in den achtziger Jahren Neuausrichtungen.
Der dritte Band (2007) greift die Zeit der Verhandlungen zwischen Mauerfall und Wiedervereinigung auf. Innerparteiliche Auseinandersetzungen und Reformbemühungen forderten den Parteivorsitzenden Helmut Kohl. Sein Blick wendete sich verstärkt gen Europa: Der Vertrag von Maastricht war ein Meilenstein auf dem Weg der europäischen Integration. Doch auch das zusammenwachsende Deutschland stellte die Regierung vor nicht vorhersehbare (finanzielle) Herausforderungen.
Das Herzstück seiner Kanzlerjahre noch einmal gesondert in den Blick nehmend, veröffentliche Kohl zum zwanzigsten Jubiläum der Friedlichen Revolution einen eigenen Band, der das schmale Zeitfenster in der Geschichte schildert.

Erinnerungen
1930-1982 (2004)
Erinnerungen
1982-1990 (2005)
Erinnerungen
1990-1994 (2007)
Erinnerungen
1989/90 (2009)