Bergner, Christoph

* 24.11.1948 Zwickau

Agrarwissenschaftler, Ministerpräsident, Parlamentarischer Staatssekretär, Dr. agr., ev.

1967 Abitur mit Berufsabschluss Rinderzüchter
Studium der Landwirtschaftswissenschaften in Jena und Halle
1974 Promotion
bis 1990 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Biochemie der Pflanzen an der Akademie der Wissenschaften in Halle
1971 Mitglied der CDU (Ost)
Sept. 1989 - Jan. 1991 Mitgründer und Mitglied des Neuen Forums
seit 1990 Mitglied des Landtags von Sachsen-Anhalt (CDU)
bildungspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, bis Dezember 1993 auch stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Bildung und Wissenschaft
Dez. 1991 - Dez. 1993 stellvertretender Landesvorsitzender und Fraktionsvorsitzender im Landtag von Sachsen-Anhalt
Dez. 1993-1994 Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt
1994-2001 erneut Fraktionsvorsitzender
1995-1998 stellvertretender CDU-Bundesvorsitzender
seit 2002 Mitglied des Deutschen Bundestages
seit Nov. 2005 Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesinnenministerium


Biographischer Werdegang

Als Ministerpräsident suchte Bergner die Synthese von „westdeutscher Professionalität und ostdeutscher Identität". Mit einem verkleinerten Kabinett und einer freiwilligen Kürzung seiner Bezüge demonstrierte er wirtschaftliche Bescheidenheit in dem Land mit der bundesweit höchsten Arbeitslosenzahl und dem geringsten Wirtschaftswachstum und gewann so viel von dem in der „Gehälteraffäre" um seinen Vorgänger Werner Münch verlorenen Vertrauen zurück. Trotz Verlusten bei der Landtagswahl 1994 blieb die CDU stärkste Fraktion. Bergners Angebot einer großen Koalition unter seiner Ministerpräsidentschaft wurde von SPD-Chef Reinhard Höppner zugunsten einer PDS-tolerierten rot-grünen Minderheitsregierung („Magdeburger Modell") ignoriert. Bergner scheiterte sowohl mit dem Vorstoß, der PDS den Oppositionsstatus aberkennen zu lassen, als auch mit einem konstruktiven Misstrauensvotum. Im Juli 2001 gab Bergner den Fraktionsvorsitz an den Landesvorsitzenden Wolfgang Böhmer ab. 2002 zog er als Abgeordneter in den Deutschen Bundestag ein. Seit 2005 ist Bergner Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesinnenministerium und dort seit dem 1. Februar 2006 Bundesbeauftragter für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten.

Manfred Agethen