Bundestagswahl 1987. (Quelle: KAS)
Bundeskanzler – "Die Ära Kohl"
1982-1998

Helmut Kohl hat in seinen Regierungsjahren von 1982 bis 1998 die Bundesrepublik Deutschland so nachhaltig verändert wie vor ihm nur Konrad Adenauer. Angetreten als Reformer konnte Kohl mit seiner Regierung in der Innenpolitik der 1980er Jahre die Staatsverschuldung unter Kontrolle bringen und die Staatsquote zurückdrängen. Die Durchsetzung des NATO-Doppelbeschlusses bei gleichzeitigem dezidiertem Drängen auf Verhandlungen mit der Sowjetunion brachten Kohl Vertrauen sowohl bei seinen westlichen Verbündeten wie auch seinen östlichen Verhandlungspartnern. Dabei blieb die Vollendung der deutschen Einheit immer Ziel. Als 1989/90 die SED-Diktatur durch die Friedliche Revolution in der DDR gestürzt wurde, konnte Helmut Kohl in den Verhandlungen mit George Bush und Michail Gorbatschow die Vereinigung beider deutscher Staaten sicherstellen. Die vorherige Konsolidierung der Staatsfinanzen ermöglichte erst die Finanzierung des „Aufschwungs Ost" in den 1990er Jahren. Die Einbettung des vereinigten Deutschland in die Europäische Union und die Schaffung einer gemeinsamen europäischen Währung wirken als Kohls politisches Vermächtnis weiter.